Borbetomagus signet
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Dwalin Ze Wormez

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Sonnhild vom Jakobsweg

Geige, Psalter, Percussion, Gesang,
Trommeln, Nickelharpa...


Der verstaubte Geigenkasten unter dem Bett meiner Eltern ist an allem Schuld. Meine Neugierde darauf und mein hartnäckiges Drängeln brachte meinen Vater schließlich dazu, ihn hervorzuholen, die Geige unters Kinn zu klemmen und ihr nach Jahrzehnten wieder die ersten Töne zu entlocken. Seine Freude dabei war nicht zu übersehen, sein keckes Grinsen im Gesicht, das ich noch gar nicht kannte, machte mir schlagartig klar, dass Musik verzaubert. Wir wuchsen, dank der Möglichkeit im Geschwister-Scholl-Gymnasium in Ludwigshafen das Geigenspiel zu lernen und sogar die Instrumente auszuleihen, zu einer fünfkopfigen Musikerfamilie heran: 3 Geigen, eine Bratsche und die Stimme (und geduldigen Ohren) meiner Mutter. Auf der Schule machte ich meine erste Orchestererfahrung und mit einem Leistungskurs Musik war auch mein Abitur gerettet. Und doch blieb es auch bei mir nicht aus, dass die Geige für eine Weile an den Nagel gehängt wurde und andere Männer wichtiger wurden. ; )) Bis ich schließlich Norbert, einen hervorragenden Musiker kennen und lieben lernte, mit dem ich zaghaft begann, klassische und irische Musik für den Hausgebrauch zu machen. Na ja und weil es so viele gute Musiker gibt, kam ich nicht dazu, wieder aufzuhören. Meine beiden Kinder Phitipp und Meike mussten viel Geduld mit meiner Musikerleidenschaft haben. Ich nahm nochmal Unterricht und machte klassische Orchestermusik, außerdem lernte ich dann Klaus Lukas kennen, einen Vollblutmusiker, der mir das Wesen der Musik jenseits vom Denken, ihre Heilwirkung und ihre Vielseitigkeit erschlossen hat. Ich begann mit meiner Geige zu improvisieren und tastete mich an Trommel und Percussion heran. Da kam Gabriele Glaser in mein Leben und ich machte bei ihr einen Kurs in Stimmbildung. Sie war die erste Sängerin von Borbetomagus und hat mich ermutigt, es auszuprobieren und nach einigen wenigen Proben standen wir zu viert zum ersten mal mit Mittelalterlicher Musik auf der Bühne. Damit rückte die Musik immer mehr in den Mittelpunkt meines Lebens.

Ich bekam Kontakte zu verschiedensten Musikern, begann mit spiritueller Musik in verschiedenen Singkreisen und auf Veranstaltungen und experimenteller Musik mit freier Improvisation. Mit Borbetomagus wuchs meine Bühnenerfahrung und das anfängliche Lampenfieber schrumpfte zu einem Zwerg. Mit der Gruppe fühle ich mich auch menschlich sehr verbunden und ich bin dankbar für die zahlreichen gemeinsamen Erfahrungen. Hier habe ich gelernt, Musikstücke zu arrangieren, zweite Stimmen und eigene Stücke zu schreiben, sowie mein Gespür für Dynamik und Zusammenspiel auszubauen. Mit jedem Treffen lerne ich immer noch mehr dazu und obwohl die "Mädels" es mit mir und meiner Direktheit nicht immer leicht haben, bekomme ich immer wieder das Gefühl vermittelt, dass ich ihnen viel bedeute. Das ist das Größte! Neben Geige, Bratsche,dem Streichpsalter, Trommeln, Percussion und ein bisschen Gesang verwirkliche ich jetzt auch meinen Traum, die Nyckelharpa zu erkunden, ein Instrument, dessen oberton reicher Klang mich schon lange fasziniert. Sie jetzt in meinen Armen zu halten ist noch schöner, als ich mir vorstellen konnte. Ich bin froh, dass mein Lebensgefährte Peter darauf nicht eifersüchtig ist, mich in allem unterstützt und sich so sehr mit mir freuen kann. Damit u.a. die Musik nun den Raum bekommt, den sie in mir einnimmt, habe ich nun meinen Job als Landschaftsplanerin um einiges heruntergefahren. Mal sehen, was geschieht.

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