Mein Weg zur Mittelaltermusik ist nun nicht wirklich geradlinig.
Mein Wunschinstrument war schon immer das Klavier; in erster Linie, um dazu zu singen.
Doch da mein Vater sich, als ich noch Kind war, weigerte, mich das Klavierspiel lernen zu lassen („Du hast bis jetzt noch nichts fertig gemacht, was Du angefangen hast. Da stell ich mir doch nicht so einen Schrank in die Bude, und Du hörst in 6 Wochen wieder damit auf!“..... auch irgendwie verständlich), habe ich mich zunächst einige Jahre mit eher mäßigem Erfolg an Gitarre und Flöte versucht.
Im zarten Alter von 30 kam dann doch noch endlich das heißersehnte Klavier dazu, allerdings in der Tat nicht ohne feststellen zu müssen, dass man als Kind doch leichter lernte als jetzt.
Musikalisch eher ein Nebenkriegsschauplatz war der Gesang.
Nach einigen Jahren Chorerfahrung habe ich dann schließlich auch Solo-Erfahrungen gesammelt und damit Blut geleckt!
Eine Band, musste her! Der übliche Party-Pop steht mir nicht; das musste ich schmerzlich erfahren. Für Jazz am Klavier bin ich nicht gut genug, Mitstreiter für ein Jazzensemble fand ich keine.
Bewerbungen bei mir noch unbekannten Bands scheiterten meist schon vorher an meinen Bedenken, ich sei schon zu alt, um mit so was noch anzufangen. Bis ich mich um ehrlich zu sein aus einer Laune heraus bei Borbetomagus beworben hatte; und Fredegundes Worte beim Erwähnen meines Alters waren: „Naja, 40 war so die UNTERGrenze, die wir uns so vorgestellt hatten“. Dass ich das noch erleben darf!
Dann musste sie mich nur noch davon überzeugen, dass es im Mittelalter WIRKLICH kein Klavier gab und ich konnte einsteigen.
Allerdings musste ich mich noch mit den Trommeln vertraut machen. Wie ich meine, nicht gerade meine Königsdisziplin. Aber da hoffe ich immer noch auf kräftige Unterstützung meines Mannes, der sich seit 15 Jahren mein Gemecker anhören darf („Es gibt so wunderbare Melodie-Instrumente, und ich muss ausgerechnet einen Schlagzeuger heiraten!“) und sicher nicht ohne eine gewisse Genugtuung meine rhythmischen Feldversuche argwöhnisch beäugt.
Inzwischen bin ich mit Leib und Seele dabei, versuche nach Kräften meinen Mann und meine Kinder auch in dieses Genre zu locken, und mir kommt es mehr und mehr so vor, dass ich musikalisch wie auch menschlich eine Nische gefunden habe, die zu mir passt.
Wenn das unsere Zuschauer und hörer in Zukunft auch so sehen mögen....... umso besser!